Konditor-Poesie
Zum Schluß : was ein Konditor können muß!
| Er muß backen wie ein Bäcker, doch auch wie ein Apotheker mischen, wiegen, destillieren, wie ein Stuckateur verzieren. Formen stellt er her zum Gießen, wie sie Gießer haben müssen. Außerdem muß er noch kochen, muß kandieren und gelieren, aber auch noch modellieren, wie’s aus Ton der Künstler kann, nur macht er’s aus Marzipan! Er entwirft sich das Dekor, wie ein Graphiker zuvor. Wie ein Maurer Stein auf Stein mit dem Mörtel setzt er ein, setzt mit Crem er wenn’s vonnöten, aufeinander Tortenböden. Wie aus feinem Glas der Gläser, formet kunstvoll seine Gläser, bläst aus Zucker mit Gefühl, er manch schönes Formenspiel. Wie ein Schlosser schneiden, stanzen und auch schminken kann die ganzen Waren wie ein Dekorateur, da gehört schon etwas her! Schneidet der Konditor dann nun zuletzt sein Kunstwerk an, darf nicht sein, daß dazu einer Werkzeug braucht von einem Schreiner, Stemmeisen, Beil und Säge, wären beim Genuß im Wege! Wie verkauf ich das Produkt, das sein Kunde willig schluckt. Darum muß zart und locker fein, stets jedermann das Herz erfreut wie ein Gedicht voll Süßigkeit. |
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Das Gedicht stammt aus Würzburgs "Café am Dom"








